Quartalsprognose Hochzinsländer

Datum: 08. April 2019 - 11:20 Uhr

2019 wurde mit Volldampf eingeleitet, das Tempo dürfte jedoch im restlichen Jahresverlauf nachlassen.

Die Anleihen und Währungen der Emerging Markets leiteten das Jahr mit hohen Erträgen ein, nachdem die US-Notenbank eine Kehrtwende gemacht hatte.

Die US-Notenbank, Fed, nahm zuletzt im Dezember 2018 eine Leitzinsanhebung vor. Die Sitzung war jedoch kaum beendet, bevor die Signale der Fed weicher und bereits auf der Schwelle zum neuen Jahr auch konkreter wurden. In der ersten Zinssitzung des Jahres Ende Januar hatte die Fed eine Kehrtwende gemacht und stellte nicht länger erhöhte Zinsen in Aussicht. Das wurde in der Zinssitzung im März bestätigt, wo ebenfalls verlautbart wurde, dass der Abbau des Anleihenbestandes der Bank früher eingestellt werden würde als bisher erwartet. Die Rhetorik ist nicht nur bei der Fed, sondern auch bei der Europäischen Zentralbank weicher geworden.

Die weichere Rhetorik stützt die Anleihen und Währungen der Emerging Markets. Das zeigte sich beim Ertrag für das 1. Quartal. Daher lautet die Frage jetzt, ob es noch etwas zu holen gibt. Das ist unseres Erachtens der Fall, wir sind jedoch auch der Meinung, dass das Tempo im restlichen Jahresverlauf nicht so hoch sein wird wie im 1. Quartal. Der positive Effekt infolge der weicheren Töne der Zentralbanken dürfte noch eine Zeit lang anhalten, es gibt jedoch weiterhin Risiken im Rahmen der Emerging Markets.

Ein schwaches Wirtschaftswachstum in Europa und China bewirkt Gegenwind. Vor allem fällt die Ungewissheit im Hinblick darauf, wie umfassend die Verlangsamung der Wirtschaft Chinas ist, am Markt ins Gewicht. Zudem ist das Risiko eines umfassenden Handelskrieges zwischen den USA und China nach wie vor intakt, obwohl sich die Länder allmählich näherkommen. 

Hinzu kommen die länderspezifischen Ereignisse. In Argentinien spiegeln die Kurse allmählich das Risiko im Rahmen der Parlamentswahlen, die im kommenden Herbst stattfinden. In der Türkei wirken dagegen rückläufige Währungsreserven, Regionalwahlen und eine schwache Konjunktur ein. 

Insgesamt stellen wir uns relativ positiv zu dieser Anlageklasse, der Markt hat jedoch bereits die hohen Erträge im 1. Quartal berücksichtigt.

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