Quartalsprognose Globale EM-Aktien

Datum: 11. Oktober 2019 - 15:05 Uhr

Ertragsentwicklung im dritten Quartal

Der Fonds erzielte im dritten Quartal 2019 einen Ertrag von 1,22 Prozent, während der Vergleichsindex MSCI Emerging Markets einen Ertrag von 0,08 Prozent verbuchte. Damit hat der Fonds den Vergleichsindex um 1,14 Prozentpunkte übertroffen. Developed Markets (+4,91 Prozent) outperform-te somit Emerging Markets (-0,11 Prozent).

Zwar stand im dritten Quartal nach wie vor der Handelskonflikt im Fokus, aber auch geldpolitische Lockerungen seitens der Zentralbanken weltweit sowie mehrere positive Maßnahmen in Indien prägten die Märkte. In Latein-amerika, das von globaler Unsicherheit und Problemen nach den Primärwah-len in Argentinien geprägt war, trug Mexiko (+2,46 Prozent) am meisten bei.

Länderüberblick
Wichtigstes Ereignis im Quartal war zweifelsohne die Senkung der Körper-schaftssteuer in Indien von 30 auf 22 Prozent. Neugegründete Unternehmen zahlen nur 15 Prozent an Körperschaftssteuern und damit weniger als Be-triebe in beispielsweise Vietnam. Für ausländische Firmen wird Indien als Produktionsstandort nunmehr wesentlich interessanter. Wir haben unsere Position in Indien im Quartalsverlauf laufend erhöht. Darüber hinaus prä-sentierte die Regierung das erste von drei wirtschaftlichen Anreizpaketen, die das Wachstum im Land mit anschieben sollen. So möchte die Regierung un-ter anderem Steuern senken, die Liquidität der Banken erhöhen und den öf-fentlichen Haushalt durch Investitionen in Infrastruktur steigern.

Im Handelsstreit hat es im dritten Quartal wie erwartet keinen entscheiden-den Durchbruch gegeben. US-Präsident Trump warf China auf Twitter vor, die zugesagte Menge US-amerikanischer Agrarprodukte nicht importiert zu haben. Dem setzte China neue Strafzölle auf US-Waren im Volumen von 75 Mrd. US-Dollar und einen völligen Importstopp US-amerikanischer Agrar-güter entgegen. In der Folge fiel die chinesische Währung gegenüber dem US-Dollar unter die symbolische Marke von 7, woraufhin US-Präsident Trump China der Währungsmanipulation bezichtigte. Die nächsten Gespräche der Parteien sind für den 10. und 11. Oktober geplant. 

Erstmals seit über zehn Jahren hat die US-Bundesbank ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte gesenkt und damit einer lockereren Geldpolitik den Weg geebnet. Die Zentralbanken mehrerer Schwellenländer zogen mit Zinssen-kungen nach, und die allgemeine Rhetorik klingt nun markant lockerer.

Im Juli billigte das brasilianische Unterhaus mit solider Mehrheit den Grund-text für die lang erwartete Rentenreform im Land. Vor Inkrafttreten muss die Reform vom Senat bestätigt werden, und es wird allgemein erwartet, dass diese Zustimmung im vierten Quartal erteilt wird. Damit zeichnen sich für die brasilianische Wirtschaft rosige Aussichten ab, denn eine künftige Straf-fung der gegenwärtigen überaus günstigen Rentenbedingungen dürfte dem Staat in den kommenden zehn Jahren Einsparungen in Höhe von bis zu 200 Mrd. US-Dollar bescheren. Wie erwartet senkte die brasilianische Notenbank ihren Leitzins im Juli um 50 Basispunkte, im September dann um weitere 50 Basispunkte.

In Mexiko gab Finanzminister Carlos Urzúa überraschend seinen Rücktritt bekannt. Sein Nachfolger hat bereits den Staatshaushalt für die nächsten Jahre vorgelegt und für die optimistische Prognose der staatlichen Einnah-men Kritik einstecken müssen. Mexiko hat unter den größten Handelspart-nern der USA in den ersten sieben Monaten des Jahres Rang 1 eingenom-men. Erstmals seit fünf Jahren senkte die mexikanische Zentralbank in einem Versuch, das Wirtschaftswachstum im Land anzukurbeln, den Zins um 0,25 Prozentpunkte.

Alberto Fernandez ist bei den argentinischen Primärwahlen überraschend als Sieger hervorgegangen, woraufhin der argentinische Aktienindex um mehr als 50 Prozent einbrach und der argentinische Peso dem US-Dollar gegen-über etwa 26 Prozent an Wert einbüßte. Das Risiko eines argentinischen Staatsbankrotts hat sich nun markant erhöht und färbt auf die gesamte Re-gion ab.

Marktausblick
Die Anleger dürften den Gesprächen zwischen den USA und China sowie den nachfolgenden Meldungen der Parteien abermals große Aufmerksamkeit schenken. Ein Ausschluss chinesischer Unternehmen von den Börsen in den USA erscheint zweifelhaft. In Indien dürften sich die positiven Effekte der Steuersenkung in geänderten langfristigen Ertragsprognosen der Unterneh-men widerspiegeln und mit dazu beitragen, das Land verstärkt positiv in den Mittelpunkt zu rücken. Seit längerer Zeit sehnt man sich dort nach Nachrich-ten, die geeignet sind, das Wirtschaftswachstum im Land zu beleben.

Wir gehen von einem weiterhin volatilen Aktienmarkt im vierten Quartal aus. Die lateinamerikanischen Aktienmärkte waren in den vergangenen Jah-ren hochgradig politisch getrieben. Unserer Erwartung nach steht uns eine Periode bevor, in der sich personenzentrierte Politik und Tauben auf dem Dach in Gestalt von Reformhoffnungen weniger ausgeprägt auf die Kurs-entwicklung auswirken. Vielmehr wird der Markt unserer Erwartung nach allmählich verstärkt auf die im Zuge der umfangreichen Reformpakete tat-sächlich erzielten Ergebnisse und die abgeleiteten Effekte dieser auf die Er-tragsfähigkeit der Unternehmen fokussieren.

Die brasilianische Rentenreform dürfte im vierten Quartal ohne größere Probleme verabschiedet werden. Die Reform sichert beträchtliche Haushalts-einsparungen und kann nach längerer Zeit mit schwachen Wirtschaftsdaten einem erneuten Konjunkturaufschwung den Weg ebnen. Weitere Reformen zur Belebung der brasilianischen Wirtschaft sind vorgesehen, darunter eine Steuerreform zur Vereinfachung des Steuersystems und die Privatisierung von Staatsbetrieben.  Über den Inhalt der Reform wird noch verhandelt und ein Zeitplan für die Vorlage eines spezifischen Reformentwurfs liegt noch nicht vor.

In Mexiko zeichnet sich wieder ein etwas stabileres politisches Bild ab. Im Mittelpunkt des Interesses wird das zwischen den USA, Mexiko und Kanada geschlossene Handelsabkommen USMCA stehen und schließlich auch, ob die Regierung das prognostizierte, relativ hohe Einnahmeniveau zu halten vermag.

In mehreren Regionen Asiens sind die Aktien ausgehend von einem geschätz-tem KGV 2019 nach wie vor relativ attraktiv bewertet. So werden unter an-derem fernöstliche Aktien gemessen am MSCI Asia ex. Japan zu einem KGV von 14,03 gehandelt gegenüber einem KGV des MSCI World (developed) von 18,08. Das bedeutet, dass sich zum Quartalsende ein potentieller Rabatt von etwa 24 Prozent eröffnen könnte.

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