Quartalsprognose EM-Aktien

Datum: 23. April 2018 - 09:10 Uhr

Das weltweite Wachstum hält an und die Erwartungen an die Erträge der Unternehmen sind unverändert.

Wie erwähnt in unserer Prognose für das erste Quartal bestand das Risiko einer steigenden Volatilität an den Aktienmärkten nach einer längeren Zeit mit hoher Risikobereitschaft und sehr geringen Schwankungen. Vor allem war ein Faktor von maßgeblicher Bedeutung. Trump stellte das US-Handelsbilanzdefizit in den Mittelpunkt. Nach mehreren Verlautbarungen konzentrierte sich der Fokus auf das Defizit gegenüber China. Das wirkt sich jedoch auf die gesamte Region aus, zumal zahlreiche Exportwaren Chinas Bauteile aus anderen asiatischen Ländern enthalten. Zukünftig ist daher von maßgeblicher Bedeutung, dass Tariferhöhungen sich nicht zu einem eigentlichen Handelskrieg entwickeln. Infolge der jüngsten Verlautbarungen seitens Staatschef Xi Jinping sind wir der Meinung, dass sich die beiden Parteien an den Verhandlungstisch setzen werden.

Das weltweite Wachstum hält an, und die Erwartungen an die Erträge der Unternehmen sind ebenfalls unverändert. Zudem haben sich die Zinssteigerungen zum Ende des Quartals stabilisiert. Die Risiken sind nach wie vor eine hohe Bewertung in einigen Ländern und eine anziehende Teuerungsrate. Bemerkenswert ist zudem, dass die Aktienmärkte allmählich spiegeln, dass die Konjunkturbelebung weit fortgeschritten ist. In der spätzyklischen Phase einer Konjunkturbelebung gehen wir von größeren Schwankungen an den Aktienmärkten aus.

Asien
Die Wirtschaft Chinas setzt ihren Wachstumstrend in einem zufriedenstellenden Tempo fort, wobei die Wachstumsrate bei knapp 7 Prozent liegt. Das bewirkte, dass unsere Erwartung, dass die Regierung Chinas die Straffungen am Immobilienmarkt fortsetzen und auf den Schuldenabbau fokussieren wird, unverändert blieb. Das heißt, dass wir nach wie vor davon ausgehen, dass Chinas Gratwanderung zwischen Wachstum, Schuldenabbau und Wechsel zu einer serviceorientierteren Wirtschaft erfolgreich sein wird.

In Indien legte die Regierung den Haushalt für das kommende Jahr vor. Im Fokus standen die Landgebiete, und das geplante Defizit beim Staatshaushalt lag geringfügig über den Erwartungen der Investoren. Anschließend kam jedoch zum Ausdruck, dass der Kreditbedarf nicht so groß sein würde wie zunächst erwartet, und die lang laufenden Zinsen gaben nach. Das reichte jedoch nicht aus, zumal der indische Aktienmarkt von einigen Unternehmensskandalen und einer weiteren Kapitalertragssteuer betroffen war. Wir bleiben bei unserer langfristig positiven Prognose für Indien, weisen jedoch darauf hin, dass eine hohe Bewertung und einige anstehenden Bundesstaatswahlen ein Risiko für die kommenden Quartale darstellen.

Lateinamerika
In Lateinamerika erwischte der brasilianische Aktienmarkt einen besonders guten Start ins laufende Jahr und zählt zu den besten neuen Aktienmärkten im 1. Quartal. Brasilien profitierte von den rückläufigen Zinsen, die von einer nachgebenden Teuerungsrate vorangetrieben wurden. Zudem steigt das Wirtschaftswachstum, und die Arbeitslosigkeit hat anscheinend ihren Höchststand überschritten.

Wir gehen nach wie vor davon aus, dass Lateinamerika im späteren Jahresverlauf 2018 infolge eines regen Wahljahres volatiler sein wird. Es finden beispielsweise in Mexiko und Brasilien Wahlen statt.  In Mexiko wird das Freihandelsabkommen NAFTA nach wie vor mit den USA verhandelt. In letzter Zeit besteht die Hoffnung, dass ein Abkommen möglich ist, zumal das für den US-Präsidenten im Vorfeld der Halbzeitwahlen in den USA im Herbst von Vorteil ist, und weil ein Abkommen einfacher vor den Wahlen in Mexiko zu treffen ist.

Portfoliogewichte
Wir sind beispielsweise in Indien und China übergewichtet, während wir in Korea untergewichtet sind. In Lateinamerika sind wir insgesamt neutral positioniert.

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