Quartalsprognose: Dänische Anleihen

Datum: 16. April 2018 - 14:40 Uhr

Was Leitzinserhöhungen anbelangt dürfte die dänische Nationalbank die nächsten Schritte der EZB abwarten.

Wir erwarten, dass die US-amerikanischen Anleiherenditen durch ein relativ starkes Wachstum, niedrige Arbeitslosigkeit und nicht finanzierte Steuererleichterungen kombiniert mit mehreren Zinserhöhungen unter Aufwärtsdruck geraten. Ein starkes Anziehen der Kapitalmarktzinsen konnte bereits zu Jahresbeginn verzeichnet werden, aber die neue protektionistische Handelspolitik der USA und zunehmende geopolitische Unruhe setzen diesen vorübergehend einen Dämpfer auf. Zudem ließ der neue Chef der US-Bundesbank, Jerome Powell, auf der letzten Zinssitzung etwas mildere Töne verlauten als erwartet. Setzen die USA ihren handelspolitischen „Kreuzzug" fort, so kann das die Erwartungen an Zinserhöhungen kurzfristig dämpfen. Demgegenüber würden neue Zölle in Kombination mit einer nicht finanzierten Steuerreform die Zinserhöhungen längerfristig verstärken können.
 
In Europa fallen die Wirtschaftsdaten allmählich etwas enttäuschend aus, was zum Teil der Furcht vor verschlechterten Welthandelsbedingungen zuzuschreiben ist. Das drückt die Zinsen nach soliden Zunahmen zu Jahresbeginn wieder nach unten. Die Europäische Zentralbank wird ihr Anleihekaufprogramm im Herbst allmählich zurückfahren und wahrscheinlich noch vor Ende 2018 völlig einstellen. Das verstärkt den Druck auf die europäischen Zinsen, wobei ein Zinsanstieg jedoch von einer relativ niedrigen Inflation abgeschwächt wird.

Was Leitzinserhöhungen anbelangt dürfte die dänische Nationalbank die nächsten Schritte der EZB abwarten. Der große Leistungsbilanzüberschuss und die nach wie vor attraktiven Möglichkeiten am dänischen Rentenmarkt insbesondere für Investoren, die in US-Dollar und Yen anlegen, resultieren in einem strukturellen Kapitalzufluss nach Dänemark, der die dänische Krone unterstützt und Zinserhöhungen bis nach einer Zinserhöhung seitens der EZB aufschiebt. In Dänemark erwarten wir noch für einige Zeit unveränderte Zinsen am kurzen Ende, während die Zinsen am langen Ende eher das allgemeine Zinsbild abbilden dürften.

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