Quartalserwartungen: Globale Value Equities

Datum: 09. Oktober 2018 - 10:15 Uhr

Zu den größten Risiken zählen eine Eskalation des globalen Handelskrieges, eine weitere Wachstumsabschwächung in China, Unruhe in Italien, ein harter Brexit sowie ein anziehender Teuerungsdruck.

Der Aufwärtstrend der globalen Aktien hält an
Globale Aktien erzielen solide Zuwächse im 3. Quartal, was auf einen starken US-Aktienmarkt zurückzuführen ist. In den USA fallen die Eckdaten nach wie vor stark aus, und diese werden derzeit von einer umfassenden Steuerreform, steigenden Investitionen sowie gigantischen Aktienrückkäufen unter den Unternehmen gestützt. Europäische Aktien mussten jedoch mit einem kleinen Plus vorlieb nehmen, was weitgehend auf Unruhe an den Emerging Markets zurückzuführen war, die ein maßgeblicher Handelsverkehrspartner Europas sind. Dort setzten länderspezifische Schwierigkeiten in beispielsweise der Türkei sowie eine allgemeine Wachstumsverlangsamung in China den Erträgen einen Dämpfer auf.
Das Umfeld der Value-Aktien ist nach wie vor schwierig, was erneut auf die Entwicklung des US-Aktienmarktes zurückzuführen ist. Es waren erneut die großen Wachstumsaktien, beispielsweise die sogenannten FAANG-Aktien, die den Markt vorantrieben. Es war jedoch bei weitem nicht so eindeutig wie in den vorherigen Quartalen. Facebook und Netflix gaben im Anschluss an schwächeren Bilanzen nach, was auf erste Schwächezeichen hindeuten könnte. Obwohl es sich dabei um eine Gratwanderung handelt, müssen wir erneut auf die Bewertung hinweisen. Value-Aktien sehen jetzt bedeutend attraktiver aus im Verhältnis zu Wachstumsaktien und dem Markt insgesamt, und die aktuellen Niveaus waren aus historischer Perspektive mit einer Outperformance während der nächsten 12 Monate verbunden.
Wir sind nach wie vor der Meinung, dass wir uns im letzten Teil des Konjunkturzyklus befinden, und dafür gibt es immer mehr Anzeichen. Wir halten uns daher weiterhin mit zu großer zyklischer Exposure zurück, es sei denn wir werden in Form von einer äußerst attraktiven Bewertung kompensiert.  

USA
Die US-Eckdaten liegen aus globaler Perspektive nach wie vor an der Spitze. Das ist selbstverständlich die Folge der umfassenden Steuerreform, die Donald Trump vor fast einem Jahr verabschieden konnte. Die US-Konjunktur fährt derzeit mit Volldampf voraus, und daher sehen wir auch eine US-Notenbank, die nach wie vor geldpolitische Straffungen durchführt. Jüngst führte die Notenbank eine Leitzinsanhebung in der Sitzung im September durch, wir gehen jedoch davon aus, dass die Zinsen bereits im Dezember um weitere 0,25 Prozentpunkte angehoben werden. Der steigende Teuerungsdruck fällt grundsätzlich als Thema immer mehr ins Gewicht und vor dem Hintergrund eines historisch angespannten Arbeitsmarktes, einer äußerst expansiven Finanzpolitik und einer Eskalation des Handelskrieges mit China dürfte der Teuerungsdruck zukünftig steigen.
Das Umfeld der Value-Aktien in den USA war schwierig, wo große Wachstumsaktien, die sogenannten FAANG-Aktien sich erneut an die Spitze legten. Es war jedoch bei weitem nicht so eindeutig wie in den vorherigen Quartalen. Facebook und Netflix gaben im Anschluss an schwächeren Bilanzen nach, was auf erste Schwächezeichen hindeuten könnte. Obwohl es sich dabei um eine Gratwanderung handelt, müssen wir erneut auf die Bewertung hinweisen. Value-Aktien sehen jetzt bedeutend attraktiver aus im Verhältnis zu Wachstumsaktien und dem Markt insgesamt, und die aktuellen Niveaus waren aus historischer Perspektive mit einer Outperformance während der nächsten 12 Monate verbunden. Infolge eines steigenden Inflationsdrucks gehen wir auch von anziehenden Zinsen aus, was in der Regel ebenfalls die Value-Aktien stützt.
Zu den größten Risiken zählen unseres Erachtens ein sehr fortgeschrittener Konjunkturzyklus und eine äußerst teure Bewertung, was die US-Aktien beeinträchtigen könnte, soweit die Inflation mehr als erwartet steigt. Zudem stellen eine Eskalation des Handelskrieges mit China sowie nach wie vor ungewisse Halbzeitwahlen im November die große Unbekannte dar. Die Halbzeitwahlen könnten bewirken, dass die Unterstützung für Donald Trump geringer wird, was ein trüberes politisches Bild und einen trägeren Entscheidungsfindungsprozess mit sich führen könnte.

Europa
In Europa setzte sich die in der vorherigen Quartalsprognose erwähnte Konjunkturabschwächung fort. In Kombination mit einer angespannten politischen Lage in Italien und einer Konjunkturabschwächung in China setzte das der Kursentwicklung unter den europäischen Aktien einen Dämpfer auf. Trotz einer schwachen Entwicklung bei den europäischen Eckdaten gibt es dennoch Anzeichen eines anziehenden Teuerungsdrucks. Daher dürfte die Europäische Zentralbank ihre Stützkäufe am Rentenmarkt bis Oktober halbieren, was einer Straffung der Geldpolitik zu einem Zeitpunkt entspricht, wo die US-Notenbank ebenfalls Straffungen durchführt.
Das Umfeld in Europa für Value war besser, diese konnten jedoch den Markt insgesamt nicht übertreffen. Wir sind der Meinung, dass der Konjunkturzyklus in den USA weiter fortgeschritten ist als bei uns. Da Europa jedoch in der Regel eine zyklische Region ist, die maßgeblich von den Ereignissen in anderen Regionen rund um den Globus abhängig ist, üben wir trotzdem Vorsicht bei der Erhöhung unserer Exposure gegenüber zyklischen Aktien im Portfolio. Im 2. Quartal verlautbarten wir, dass wir uns von einer Reihe von zyklischen Banken getrennt hatten, und dieser Beschluss hat sich bislang sehr gut gelohnt. Es zeichnen sich jedoch allmählich einige interessante Möglichkeiten ab – auch innerhalb des Bankensektors, und wir erwägen deshalb, ob wir wieder in die andere Richtung gehen sollten. Der Discount sollte jedoch entsprechend groß sein, zumal wir infolge des Risikoszenarios lediglich eine zyklische Exposure haben möchten, wenn wir reichlich in Form einer attraktiven Bewertung kompensiert werden.
Zu den größten Risiken zählen eine Eskalation des globalen Handelskrieges, eine weitere Wachstumsabschwächung in China, Unruhe in Italien, ein harter Brexit sowie ein anziehender Teuerungsdruck.

 

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