Quartalserwartungen: Globale EM-aktien

Datum: 14. Januar 2019 - 16:10 Uhr

Der Handelskrieg wird die Nachrichten hochgradig bestimmen.

Im Januar wird das Treffen von US-Präsident Trump und Xi Jinping aufgrund der schwerwiegenden Folgen des Ausgangs der Begegnung im Mittelpunkt des Interesses stehen.

Dreh- und Angelpunkt der Region ist überwiegend China. Neben dem Handelskonflikt richten wir unser Augenmerk auf die weiteren, maßgeblichen Beschlüsse, die in der Volksrepublik hinsichtlich der Geldpolitik, kreditpolitischer Lockerungen und der Finanzpolitik bevorstehen, wobei wir darin vertrauen, dass die chinesische Führung die Volksrepublik vernünftig durch 2019 steuern wird.

Die Furcht vor einer globalen Konjunkturflaute könnte die Anleger dazu veranlassen, die jungen Märkte zu meiden. Die jüngste Aufwertung des US-Dollar verstärkt diesen Trend. Die US-Bundesbank, Fed, hob den Zins im Dezember um 0,25 Basispunkte an; dieser Schritt war vom Markt erwartet worden. Gleichzeitig ließ sie verlauten, den Zins in diesem Jahr anstelle von dreimal nun wohl nur noch zweimal erhöhen zu wollen, wobei die Anleger nach wie vor der Einschätzung sind, dass zwei Zinserhöhungen zu viel seien.

Die unsichere Stimmung hat zu einer überaus attraktiven Preisfindung bei den Aktien beigetragen. So etwa notieren fernöstliche Aktien gemessen am KGV des MSCI Asia ex. Japan von 11,41gegenüber einem KGV des MSCI World von 14,98. Trotz allgemein guter Leistungsbilanzen und vernünftiger Wachstumsaussichten sind die Aktien in Fernost weiterhin günstig. Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft in China und eine Abwertung des US-Dollar aufgrund eines abnehmenden Effekts der expansiven US-Geldpolitik im vergangenen Jahr dürften quer über die neuen Aktienmärkte hinweg positive Marktreaktionen auslösen.

In der kommenden Zeit rückt die Politik in Lateinamerika verstärkt in den Mittelpunkt. Das Vertrauen in den mexikanischen Präsidenten wird auch zu Jahresbeginn nach wie vor der Umdrehungspunkt sein, und gelingt es AMLO durch eher marktfreundliche, konjunkturbegünstigende Maßnahmen nicht, die Aktienmärkte zu beruhigen, könnte die Marktstabilisierung auf sich warten lassen.
 
In Brasilien richtet sich der Fokus weiterhin darauf, ob Bolsonaro den wichtigen Altersvorsorgebereich zu reformieren vermag. Wird im ersten Quartal eine starke Reform verabschiedet und sollte sich unsere Erwartung einer sinkenden Arbeitslosigkeit und eines anziehenden Verbrauchs allmählich bewahrheiten, dann könnte der Markt im ersten Quartal kräftig zulegen.

Dabei ist allerdings zu betonen, dass sich das Risiko am Aktienmarkt dann erhöht. Im weiteren Jahresverlauf könnten die Anleger allmählich die Einschätzung gewinnen, dass die USA sich in Richtung einer Rezession bewegen, mit einer zunehmenden Volatilität zur Folge. Eine Eskalation des Handelskriegs zwischen den USA und China würde sich insbesondere auf die Fernost-Aktien auswirken.

 

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