Quartalserwartungen: EM-Bonds

Datum: 09. Oktober 2018 - 10:05 Uhr

Schließt das Jahr etwas ruhiger für die Hochzinsländer?

Nach einem Quartal mit sehr großen Schwankungen ist die Frage naheliegend, ob die Schwankungen im restlichen Jahresverlauf genauso groß sein werden?

Die kurze Antwort lautet: Nein, wir gehen von einem ruhigeren 4. Quartal aus. Ein Quartal ohne Dellen und Wellen wird es vermutlich auch nicht werden. Die Ursache für die umfassenden Schwankungen im 3. Quartal sind die beiden Länder Argentinien und die Türkei, die  einen Großteil der eigentlichen Schwankungen verursachten und negativ auf die gesamte Marktstimmung abfärbten. Diese beiden Länder werden weiterhin Schwankungen bewirken, aber im September konnten beide Länder die schlimmsten Befürchtungen und Risiken eindämmen.

Argentinien konnte sich über ein neues IMW-Hilfspaket einigen, wonach die Unterstützung für das Land während der nächsten anderthalb Jahre erhöht wird. In der Türkei entschied sich die Zentralbank endlich mit Präsident Erdogans Strategie zu brechen, indem sie eine kräftige Leitzinsanhebung durchführte. Zudem veröffentlichte die Regierung einen neuen Wirtschaftsplan, aus dem vor allem hervorging, dass man bereit sei ein niedrigeres Wachstum hinzunehmen, um dadurch ein harmonischeres Wirtschaftswachstum zu sichern. Keines der beiden Länder hat die Schwierigkeiten hinter sich gelassen, sie steuern jedoch allmählich den richtigen Kurs.

Obwohl sich Argentinien und die Türkei erholt haben, finden Anfang des 4. Quartals Wahlen in Brasilien statt, die den Markt erschüttern können. Es ist bereits eingepreist, dass der Favorit des Marktes nicht gewinnt, vor dem Hintergrund der Wahlen bleiben wir jedoch vorsichtshalber bei einer Untergewichtung.

Es geht jedoch nicht jedes Risiko von den Emerging Markets aus. Präsident Trump ist eine Risikoquelle, vor allem infolge des Handelskrieges mit China. In einem Punkt hat das Risiko jedoch nachgelassen, nämlich infolge der Neuverhandlung des nordamerikanischen Freihandelsabkommen (NAFTA), was Ruhe in Mexiko mit sich führt. Das neue Abkommen, das auch Kanada umfasst, wurde zu USMCA umbenannt. Das Abkommen muss jedoch zunächst von den drei Parlamenten verabschiedet werden.

Anziehende US-Zinsen sind ein weiteres von außen kommendes Risiko. Ein großes und wachsendes Haushaltsdefizit in den USA soll am Rentenmarkt finanziert werden. Ein Markt, der gleichzeitig schrumpft, zumal die US-Notenbank gerade den Bestand an Anleihen abbaut.

Trotz der unterschiedlichen Risiken sind wir zuversichtlich im Hinblick auf die Aktivklasse. Wir gehen daher von einem ruhigeren Jahresabschluss aus.

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