Quartalsprognose Sydinvest International

16.04.2018 14:45:00

In Europa fallen die Wirtschaftsdaten allmählich etwas enttäuschend aus.

Wir erwarten, dass die US-amerikanischen Anleiherenditen durch ein relativ starkes Wachstum, niedrige Arbeitslosigkeit und nicht finanzierte Steuererleichterungen kombiniert mit mehreren Zinserhöhungen unter Aufwärtsdruck geraten. Ein starkes Anziehen der Kapitalmarktzinsen konnte bereits zu Jahresbeginn verzeichnet werden, aber die neue protektionistische Handelspolitik der USA und zunehmende geopolitische Unruhe setzen diesen vorübergehend einen Dämpfer auf. Zudem ließ der neue Chef der US-Bundesbank, Jerome Powell, auf der letzten Zinssitzung etwas mildere Töne verlauten als erwartet. Setzen die USA ihren handelspolitischen „Kreuzzug" fort, so kann das die Erwartungen an Zinserhöhungen kurzfristig dämpfen. Demgegenüber würden neue Zölle in Kombination mit einer nicht finanzierten Steuerreform die Zinserhöhungen längerfristig verstärken können.

In Europa fallen die Wirtschaftsdaten allmählich etwas enttäuschend aus, was zum Teil der Furcht vor verschlechterten Welthandelsbedingungen zuzuschreiben ist. Das drückt die Zinsen nach soliden Zunahmen zu Jahresbeginn wieder nach unten. Die Europäische Zentralbank wird ihr Anleihekaufprogramm im Herbst allmählich zurückfahren und wahrscheinlich noch vor Ende 2018 völlig einstellen. Das verstärkt den Druck auf die europäischen Zinsen, wobei ein Zinsanstieg jedoch von einer relativ niedrigen Inflation abgeschwächt wird.

In Japan hält die positive Konjunkturentwicklung an. Die rekordniedrige Arbeitslosigkeit erhöht den Druck auf die japanische Zentralbank, die expansive Geldpolitik 2018 allmählich etwas zu straffen. Aufgrund der sehr niedrigen japanischen Teuerungsrate dürften die japanischen Zinsen 2018 nur mäßig unter Aufwärtsdruck geraten.

Dies ist eine Übersetzung der dänischen Analyse „Kvartalsforventninger til Sydinvest International“. Im Zweifelsfall gilt der dänische Text.

 

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