Ausblick: Hochzinsländer

31.01.2018 13:00:00

Erwartungen an das kommende Quartal.

Für Schwellenländer-Anleihen war 2017 in vielerlei Hinsicht ein gutes Jahr.
Aus Sicht eines dänischen Anlegers rentierten insbesondere die in harter Währung begebenen Anleihen gut, während sich der starke EUR/schwache USD in den in nationaler Währung emittierten Schwellenländer-Anleihen niederschlug.
Was sind die Aussichten auf 2018? Entscheidend für die Entwicklung der Schwellenländer-Anleihen in 2018 wird sein, inwiefern geldpolitische Straffungen in den USA und Europa die Anleihezinsen am langen Ende letztendlich nach oben treiben. Bisher ist das nicht der Fall gewesen. Am kurzen Ende legen die Zinsen bereits seit September ununterbrochen zu, während die Zinsen am langen Ende nahezu unverändert sind. Die Rendite der US-amerikanischen Staatsanleihe mit 30-jähriger Laufzeit ist 2017 sogar um 33 Basispunkte zurückgefallen, wovon die Schwellenländeranleihen profitierten.

2018 wird das Jahr, in dem eines der größten geldpolitischen Experimente zurückgefahren wird. Wie die Zentralbanken ihre Bilanzen letztendlich schrumpfen, ist eine gute Frage, die sich mangels historischer Präzedenzfälle nur schwer beantworten lässt. Die Wirkung wird sich wahrscheinlich erst ab Mitte des Jahres zeigen.

Wir erwarten für 2018 anziehende US-amerikanische Zinsen, sowohl am langen als auch am kurzen Ende, und so lange die Zinsen nicht zu schnell und zu stark anziehen, dürften die Schwellenländer-Anleihen standhalten können. Die Schwellenländer verzeichnen generell ein hohes Wirtschaftswachstum und weisen mit einigen wenigen Ausnahmen Leistungsbilanzen auf, die besser sind als vor fünf Jahren.

Wirtschaftlich lassen die Schwellenländer ein gutes Jahr mit solidem Wachstum hinter sich, das sich unseren Erwartungen nach 2018 fortsetzen wird. Diese Entwicklung trägt mit dazu bei, Investitionen anzuziehen und macht die Schwellenländer generell attraktiver. Trotz eines hohen bzw. zunehmenden Wachstums stellt die Inflation kein schwerwiegendes Problem dar, mit Ausnahme von Ländern mit schwacher Währung, etwa der Türkei. Einige osteuropäische Zentralbanken müssen jedoch Vorsicht walten lassen wie etwa die tschechische, die bereits Straffungen vorgenommen hat, und auch die polnische Zentralbank könnte dieses Jahr allmählich Straffungen angehen. Die Währungen bestimmter Schwellenländer könnten von geldpolitischen Straffungen profitieren. EUR/USD wird für in nationalen Währungen gemessene Erträge wahrscheinlich abermals ein wichtiger Faktor sein, der in beide Richtungen ausschlagen kann.

Die chinesische Wirtschaft wird in diesem Jahr zwar nicht allzu stark zulegen, aber ein Kollaps ist kaum zu erwarten. Chinesische Verbraucher spielen eine immer wichtigere Rolle, während Investitionen zunehmend in den Hintergrund geraten. Vor dem Hintergrund einer weitaus breiter basierten Nachfrage dürften die Rohstoffpreise allgemein - und also nicht nur die Preise für Eisenerz und Kupfer - profitieren. Der Ölpreis notiert derzeit auf einem recht vernünftigen Niveau: Hoch genug, um den exportierenden Staaten eine Erholung zu bescheren, jedoch nicht so hoch, dass das Wachstum in den Importstaaten betroffen wird. Unterstützt wird der Ölpreis derzeit durch eine Kooperation von OPEC und Russland.

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